DER PRIMITIVO

Es wird angenommen, dass der historische Ursprungsort des Primitivos in die antike Region Illyrier (die heute mit den Regionen Kroatien und Montenegro übereinstimmt) aufgespürt wurde. Es wird ebenfalls angenommen, dass der Primitivo zwischen dem 15. und dem 16. Jahrhundert von  slawischen Flüchtlinge, die sogenannte „Schiavoni“ (deutsch „Slawen“) bzw. Griechen aus Albanien importiert wurde. Am Ende des 18. Jahrhundert ist der von Botanik begeisterte Priester Don Filippo Francesco Indellicati aus Gioia del Colle der Erste gewesen, der die Primitivo-Rebe selektiert und benannt hat. Tatsächlich, pflanzte er die Primitivo-Rebe im Ortsteil „Terzi“ ein und taufte ihn Primativo wegen des frühzeitigen Reifes der Trauben. Ausgezeichnete önologische Ergebnisse haben die weite Verbreitung der Primitivo-Rebe während des 19. Jahrhunderts vereinfacht, vor allem im Gebiet der Murge in den Provinzen Bari und Taranto. Wesentliche Merkmale der Primitivo-Rebe der Murge sind: Schönheit ihrer Farbe, die von purpurrot zu rubin- und granatrot geht; intensive Bukett von rote und dunkle Früchte und von Gewürzkräuter und -speisen; mächtig, besonders elegant am Gaumen dank samtiger Tanninen und mit frischen und mineralischen Noten. Diese Merkmale leiten den Primitivo von Gioia del Colle überraschenderweise langlebig.